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Mein Hund lahmt
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Wenn unsereiner dann gleich wüßte, warum er lahmt, was wohl die Ursache ist, was wir dagegen tun könnten - kurzum, wie lautet die Diagnose und die abgeleitete Behandlung, uns ginge es schon weitaus besser.
Der hoffnungsvolle Gang zum Tierarzt ist der nächste Schritt. Aber auch ihm sind möglicherweise Grenzen gesetzt, vor allem, wenn es sich um komplexe Krankheitsbilder handelt. Womöglich ist auch ein Spezialist gefragt und so kann es durchaus passieren, daß im Laufe eines halben Jahresunterschiedliche Diagnosen entstehen.
So ähnlich passierte es auch mit meiner Hündin Jeanny: nach einer erfolgreichen Trial-Woche in Holland und einer üblichen Arbeitswoche mit den Schafen zeigt sie am Ende eines neuen Trials eckige Bewegungen. Abends ist sie dann völlig apathisch und hat offensichtlich heftige Schmerzen. Äußere Verletzungen sind nicht ersichtlich, aber am nächsten Morgen ist der gesamte Rückenbereich dick und hart geschwollen.
Nun, ich fasse mich kurz: Nach einem halben Jahr Behandlungen auf der Basis von drei unterschiedlichen Diagnosen und aller möglichen technischen Hilfsmittel waren wir wieder am Anfang: Größere Arbeitsbelastung von Jeanny führten zu sehr starken Schmerzen mit starker Bewegungsunlust.
Alles nochmals von vorne? Unser Haustierarzt empfiehlt uns daraufhin einen neuen Diagnoseweg einzuschlagen; dieser führt dann zu guter letzt endlich zum Erfolg.
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Der Tip führte uns zum ersten deutschen Diagnosezentrum für Kernspintomographie im veterinärmedizinischen Bereich. Dabei hatten wir wahnsinnig Glück; es befindet sich zufäigerweise an unserem Heimatort in Gundersheim (Rheinland-Pfalz).
Wie in der Humanmedizin gibt es die Computertomographie auf der Basis von Röntgenstrahlen und die Kernspintomographie auf der Basis eines starken Magnetfeldes; aber dazu später.
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Xyra bei der Arbeit Foto: Günther Hilgartner
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Nach einer Stunde Magnet-Resonanz-Scans wurde uns die Diagnose übermittelt: Sehr tief im Rückenbereich zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel direkt neben dem Nerv war eine nicht ausgeheilte Entzündung zu erkennen, die bei größerer Belastung schmerzhaft auf den Nerv drückte. Die dann noch offene Frage, ob die Ursache von einem größeren Schlag vor einem halben Jahr herrührte oder womöglich auf einen Fremdkörper zurückzuführen sei, war damit auch geklärt.
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Warum dieser Artikel? Weil andere womöglich bei ähnlichen Vorfällen und beim Wissen über diese Diagnosemöglichkeiten dem Hund viel Leid ersparen, ihre eigenen Nerven schonen und Summa Summarum auch den eigenen Geldbeutel schonen können.
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Auch Border Collies geniessen nach der Arbeit die Freizeit.
Xyra, Peggy und Jeanny (von Links) von Günther Hilgartner. Foto: Günther Hilgartner
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Hier noch aus pseudowissenschaftlicher Sicht eine Beschreibung der Kernspintomographie:
Kernspintomographie, auch MRI (=Magnetic Resonance Imaging) genannt, macht sich das jedem Körper eigene Magnetfeld zunutze, um seine inneren Strukturen aufzuzeigen. Aufgrund der hochentwickelten räumlichen Technologie ist es möglich, den Körper in allen Ebenen abzubilden. So können strukturelle Abnormitäten sichtbar gemacht werden, die Ursache von Krankheitssymptomen sind. In bestimmten Fällen wird ein Kontrastmittel eingesetzt, das Gefäßstrukturen besser hervorhebt.
So funktioniert Kernspintomographie:
Die Eigenschaft von Atomkernen (bestehend aus Protonen und Neutronen), um sich selbst zu rotieren, bezeichnet man als "Kernspin". Durch diese Rotation wird bei ungerader Zahl von Protonen oder Neutronen ein äußeres magnetisches Moment erzeugt. Die Methode der Kernspintomographie macht sich nun insbesondere das magnetische Moment der Wasserstoffprotonen im Körper zunutze.
Das Verfahren läuft in drei Schritten ab:
- Um den Körper herum wird ein starkes, stabiles, homogenes Magnetfeldund damit eine stabile Ausrichtung der Protonen erzeugt. Bei einem 1-Tesla-Gerät zum Beispiel ist das erzeugte Magnetfeld 10.000mal stärker als das Magnetfeld der Erde!
- Die stabile Ausrichtung der Protonen wird verändert, indem man elektromagnetisch Hochfrequenzenergie zuführt.
- Die Protonen kehren in ihre stabile Ausgangsposition zurück und geben dabei die aufgenommene Energie in Form von Radiowellen (Kernresonanzsignalen) wieder ab. Dieser Vorgang wird mit Hilfe von Empfangsspulen gemessen und ist die Grundlage für Bilder des Körperinneren, die mit Hilfe von Computerverfahren erstellt werden.
Vorteile der Kernspintomographie:
- Mit dem Verfahren der Kernspintomographie können genauere Bilder vom Körpergewebe erzielt werden, als dies mit Hilfe der Computertomographie oder mit Ultraschalluntersuchungen möglich ist.
- Im Gegensatz zur herkömmlichen Computertomographie wird bei der Kernspintomographie keine Röntgenstrahlung verwendet.
- Kernspintomographie ist nicht invasiv, das Heißt, die Untersuchung geht ohne oder mit geringen äußeren Einwirkungen einher. Das einzige Risiko besteht in der Narkose, die ein Kleintier benötigt, damit es sich während der Untersuchung nicht bewegt.
Das einzige MAGNOSTIC-Center Deutschlands im veterinärmedizinischen Bereich befindet sich also in Gundersheim, an der A61, zwischen Mainz und Worms (Tel. 0700 624 667 84).
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Günther Hilgartner
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